ÖFRU 2 - Ökologischer Fußabdruck der Wiener Linien

Ergebnisse ÖFRU 2.png
Projekttitel: 
ÖFRU 2 - Ökologischer Fußabdruck und CO2-Emissionen der Wiener Linien und deren Entwicklung bis zum Jahr 2035
Akronym: 
ÖFRU 2
Zeitraum: 
2013 - 2014
Projektdurchführung: 
Technische Universität Wien
Ressourcen Management Agentur
Auftraggeber: 
Wiener Linien GmbH & Co KG

Im Projekt ÖFRU II berechnet die Technischen Universität Wien in Kooperation mit der Ressourcen Management Agentur (RMA) den Ökologischen Fußabdruck und die CO2-Emissionen der Wiener Linien für das Jahr 2012 sowie den zusätzlichen Ressourcenbedarf unterschiedlicher Ausbauszenarien sowie dessen Auswirkungen auf den Ökologischen Fußabdruck der Wiener Linien bis zum Jahr 2035.

Einleitung

Der zukünftige Energie– und Ressourcenverbrauch entscheidet sich in den Städten. Die Zunahme der Bevölkerung in Wien, mit einer für 2035 prognostizierten Bevölkerung von 2 Millionen Einwohnern, wird auch zu einer Zunahme des Verkehrs führen. Für die Wiener Linien als wichtigsten Verkehrsanbieter der Stadt stellt sich die Frage, wie sich der zukünftige Ausbau in Bezug auf Umweltwirkung und Ressourcenverbrauch des Unternehmens, heute und in 20 Jahren, auswirkt.

Zielsetzung

Das Ziel des Projektes ist die Bestimmung des ökologischen Fußabdruckes und der CO2-Emissionen der Wiener Linien für 2012. Anhand von drei Szenarien wird für unterschiedliche Ausbauszenarien   (1. Weiterführung des Status Quo, 2. Ausbau der U-Bahn, 3. Ausbau der Straßenbahn) der Ökologischen Fußabdruck (ÖF), die CO2-Emissionen sowie der zusätzlichen Ressourcenbedarf der Wiener Linien bis zum Jahre 2035 abgeschätzt.

Methodisches Vorgehen

Angepasst an die Datenstruktur der Wiener Linien werden folgende Kategorien unterschieden: Bauwerke, Mobile und Immobile Ausstattung, Fahrzeuge, Energie und Treibstoffe, Verbrauchsgüter und Abfall. Die Energie wird zwischen dem Energieanteil für die Beförderung (Traktionsenergie) und demjenigen für Licht– Kraftstrom unterschieden. Wenn vorhanden, werden kostenstellenbezogene Daten verwendet. Die Darstellung der Ergebnisse wird an die Datenstruktur des Unternehmens angepasst. Als Indikator für den Ressourceneinsatz werden inerte Materialien (Beton) und Metalle (Stahl, Aluminium, Kupfer) sowie Kunststoffe in den Fahrzeugen herangezogen. Für die Ermittlung der Emissionen wird die ecoinvent-Datenbank eingesetzt, der Fußabdruck wird mit Hilfe der Software SimaPro berechnet.

Ergebnisse

Der Ökologische Fußabdruck der Wiener Linien für das Jahr 2012 entspricht etwa 72.000 ha. Im Vergleich der drei Verkehrsmittel dominiert der Anteil der U-Bahn mit ca. 50 %, gefolgt vom Bus und der Straßenbahn mit je etwa 20 %. Je Platz-km liegt der ÖF im Ø bei 0,04 m²/Jahr. Je Platz-km ist der ÖF des Buses doppelt so hoch (~ 0,08 m²/a), wie jener von U-Bahn und Straßenbahn (je ~ 0,04 m²/a.)

Je nach Ausbauszenario werden die Wiener Linien bis ins Jahr 2035 zwischen 1,1 und 4,6 Millionen Tonnen zusätzliche Ressourcen benötigen. Der Bau der U-Bahn verbraucht im Vergleich zum Straßenbahnausbau dreimal mehr Ressourcen.

Schlussfolgerungen

Ökologischer Fußabdruck: Der Energieverbrauch dominiert, mit ca. 75 %, den Ökologischen Fußabdruck der Wiener Linien (WL). Der Ökologische Fußabdruck wird besonders durch den Energiemix des Stroms beeinflusst. Im Vergleich zum ÖF mit UTCE-Strom ist der ÖF der WL um ca. 40 % geringer.

Der Ökologische Fußabdruck der mobilen und immobilen Anlagen sowie der Verbrauchsgüter kann durch die Steigerung der Energieeffizienz und Verbrauchsreduktionen maßgeblich verringert werden.

Ressourcenbedarf: Obschon die meisten Ressourcen im U-Bahnbau eingesetzt werden, ist der Focus beim Ressourcenmanagement auf Bauwerke jenseits der U-Bahn Tunnel zu legen, da diese Konstruktionen in häufigerem Rhythmus renoviert werden und damit als Quelle sekundärer Ressourcen zur Verfügung stehen.

Zukunftsszenarien: Der Ökologische Fußabdruck der Wiener Linien für 2035 der drei Szenarien unterscheidet sich nicht wesentlich (< 12 %).

Handlungsempfehlungen

Umstellung des Stromeinkaufes auf Strom aus erneuerbarer Energie.

Forcieren der Energieeffizienz im Bereich der Fahrzeuge. Im Bereich der thermischen Konditionierung zeigen aktuelle Studien große Potentiale auf.

Forcierung der Ökologische Beschaffung und Implementierung der Lebenszykluskostenrechnung für Verbrauchsgüter, mobile und immobile Anlagen.

Implementierung eines Ressourcenmanagements im Bereich der Bauwerke der WL (Materialkreisläufe schließen, Gebäudematerialinformationssystem).

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